Christof Seiffert - Altbaurestaurierung & Altbausanierung, Denkmalschutz
 

Wasserschloß Schwindegg

Niederbayern
1594
Denkmalgeschützt

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Wasserschloß, vor der Sanierung Wasserschloß, nach der Sanierung
Etwa sieben Meter hoher Speicher vor der Restaurierung. Auf die Gewölbedecke wurde in neuerer Zeit zur provisorischen Abstützung ein Stahlträger gelegt. Darauf die zwei Pfosten, die das Dach abstützen. Speicher restauriert und zum Wohnen ausgebaut. Stahlträger und Pfosten ließ ich nach dem Einbau von Kehlbalken und unter dem Boden unsichtbar eingebauten Zugbändern entfernen. Der Mauerstumpf im linken Foto vorne links wurde für ein Bad hochgemauert. In diesem Foto sichtbar im linken Bereich mit der dunklen Tür zum neuen Bad. Vor der dunklen Badtür ahnt man das Treppengeländer zur Empore mit Barockgeländer aus einem anderen Gebäude. Wegen der Höhe von etwa 7 m habe ich die Dachflächen weit über Norm wärmegedämmt. Ich konnte die gewaltige, verwinkelte Dachkonstruktion sichtbar erhalten. Um den Charakter des Raums zu belassen, wählte ich rauen Fassadenputz für die Wände.

Vorgeschichte der Restaurierung

Von einer ungewöhnlich großen Schloßanlage habe ich eine Einheit, eine Stallung mit Eingangsgewölbe, Treppe und hohem Speicher restauriert. Die etwa 20 gleichartigen Nachbarstallungen waren bereits in der Ästhetik von Reihenhäusern der 70er Jahre mit kleinen Räumen, abgehängten Decken, Einschubtreppen und Fertigtüren modernisiert. Meine Restaurierung beließ weitgehend den Bestand und fügte unauffällig nur das Notwendige zum Wohnen hinzu.

Restaurierung

In die Gewölbe des erdgeschossigen Eingangsbereichs plante ich die geschreinerte Küche. Von dort gelangt man über eine gemauerte Wendeltreppe in den Dachboden darüber.

Den etwa sieben Meter hohen Raum habe ich in seiner imponierenden Höhe erhalten. Die Wände beließ ich ungeschminkt mit ihren kleinen Fenstern, Vertiefungen und Erhebungen. Um die archaische Wirkung zu verstärken, ließ ich rauen Fassadenputz auftragen. Den Dachstuhl ließ ich mit altem Holz rekonstruieren und wegen seiner Höhe außergewöhnlich stark wärmedämmen. Die handgehauenen Sparren, Pfetten und Kopfbänder ließ ich sichtbar. Um den störenden, auf der Gewöbedecke aufliegenden gewaltigen Doppel-T-Träger und die zwei Pfosten ausbauen zu können, rekonstruierte ich den Dachstuhl denkmalgerecht durch Einbau von Kehlbalken und unsichtbaren Zugbändern unterm Bodenbelag. Der Dachboden erinnert heute an einen alten Kirchenraum. Mit dieser Art der Restaurierung wurde ein spätbarocker Gebäudeteil des Renaissanceschlosses für das Wohnen in unserer Zeit erhalten.

Die Arbeiten dauerten etwa vier Monate. Nicht ein Mangel bei Schlüsselübergabe, auch nachher nicht.

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