Vorgeschichte der Restaurierung
Das völlig vernachlässigte, baufällige Haus wurde mir als Abbruchobjekt angeboten. Ich sah die Antiquität, den einladenden Garten, die Ost-Süd-West-Lage, die Nähe zum Wald und zur Straßenbahn in die Innenstadt. Ich kaufte das Haus sofort. Freundliches Unverständnis bei allen Beteiligten, in deren Blick zu lesen war: "Wollen Sie es nicht lieber abreißen?"
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Restaurierung
Keller und Dach waren feucht. Fenster, Türen, Bäder, Wände, Sanitäreinrichtungen, Heizung und Elektrik waren unbrauchbar. Im Gegensatz zum Zeitgeist der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts tauschte ich Fenster, Türen und Böden nicht gegen modernen Ersatz aus. Ich restaurierte die wertvollen, fein geschnittenen Sprossenfenster und die Kassettentüren mit kunstvoll verzierten Messingbeschlägen, auch die breiten Pitch-Pine Dielenböden, die hohen, profilierten Sockelleisten, wie ich sie nur in englischen Häusern gesehen hatte und die geschwungene Holztreppe mit geschnitztem Treppengeländer. Den Putz ließ ich ausbessern, Dach und Haustechnik erneuern.
Das Ergebnis: Ein Haus, das man ins Museum stellen könnte. Ein Haus, das von den unsensibel modernisierten Altbauten der Nachbarschaft absticht, so aussieht, wie es 1909 gebaut wurde. Das war 1969 ein Meilenstein im Umgang mit alten Häusern. Das Haus zeigt, daß Restaurierung in der Regel eine Wertsteigerung bedeutet: Uns wurde mehrfach für das Haus das Doppelte von vergleichbaren Häusern der Nachbarschaft geboten. |