Christof Seiffert - Altbaurestaurierung & Altbausanierung, Denkmalschutz
 

Remise

München-Nymphenburg/Gern
1911
Denkmalgeschützt

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Die Reste der Remise nach Entgrünung des Hügels Restaurierte Remise

Die Reste der Remise nach Entgrünung des Hügels

Restaurierte Remise. Im unteren Geschoss ein nachempfundenes Tor, früher für Pferde, jetzt für zwei Autos. Die Fenster im Dach rekonstruierte ich nach alten Bauplänen. Der auffällige Unterschied der Fenster erklärt sich aus der Nutzung. Das Fenster links gehörte zur Unterkunft des Kutschers, das Fenster rechts diente zum Hochhiefen des Heus

Vorgeschichte der Restaurierung

Ich restaurierte ein herrschaftliches Haus in Nymphenburg, von dem leider keine Fotos existieren. Während einer Besprechung mit dem Bauherren sah ich im Garten einen großen, mit Grün überwucherten Hügel und fragte, was das wohl sei. "Das war mal ein Pferdestall, außer ein paar feuchten, alten Ziegeln ist da nichts mehr. Den haben wir mit Efeu überwachsen lassen." Wir schauten uns die Remise an. Ich überzeugte den Bauherren, daß das Gebäude – auch wegen des wertvollen Baurechts – erhalten werden müsse. Inzwischen klärte ich mit dem Amt für Denkmalschutz die rechtliche Situation für die Wiederherstellung der Remise. Ich erhielt grünes Licht, das eigentlich aufgegebene Baudenkmal zu erhalten.

Mein kurz skizziertes Konzept war, den straßenzugewandten Teil der Remise als Garage zu nutzen, dahinter käme ein Wohnraum mit Küche, im Obergeschoss würden Schlafräume und Bad untergebracht. Das gefiel dem Bauherren. Ich rechnete ihm vor, daß in diesem Fall die vollständige Restaurierung bzw. Rekonstruktion wegen der Abschreibung von denkmalgeschützten Objekten nur die Hälfte der effektiven Kosten ausmachen würde. Dafür bekäme er ein zusätzliches Haus in bester Lage Münchens ohne Grundstückskosten.

Restaurierung

Zusätzlich zum Haupthaus restaurierte ich nach Planung und Baugenehmigung dieses seltene Relikt aus einer gar nicht mal so fern zurückliegenden Zeit – als noch ein Kutscher für die Mobilität der Herrschaft zuständg war, die Pferde versorgte, die Sattel herrichtete, das Heu in den Speicher hochhiefte und irgendwann, wohl zufrieden mit seinem Tun auf bescheidenem Platz die Nachtruhe fand. Es faszinierte mich, diese Form menschlicher Existenz, die im Gebäude überall noch sichtbar war, nachvollziehbar zu erhalten.

Das große Wohnzimmer hinter der Garage wurde mit Küchenzeile und drei Terrassentüren zum Garten versehen. Vom Wohnzimmer gelangt man über eine Wendeltreppe, die ich zur Hälfte in die 80 cm dicke Wand einstemmen ließ, ins Obergeschoss. Die Wendeltreppe wurde so zur Skulptur.

Im Obergeschoss baute ich zwei Räume und ein Bad ein. Die Remise wurde mit dem Haupthaus durch Wasser-, Heizungs- und Abwasserrohre verbunden.

Etwa acht Monate brauchte ich mit meinen Subunternehmern zur Fertigstellung der Remise. Nicht ein Mangel bei und nach der Schlüsselübergabe, wie auch bei der Restaurierung des Haupthauses nicht.

Fassade der Remise mit Treppe noch teilweise begrünt, ohne Balkon Remise, nach der Sanierung

Fassade mit Treppe noch teilweise begrünt, ohne Balkon

Die Fassade selbst mit der Treppe restaurierte ich, ohne rekonstruieren zu müssen. Ich baute rekonstruierte Fenster in die vorhandenen Fensteröffnungen und fügte nur einen schmalen, halb umlaufenden Balkon mit klassischem, rekonstruierten Jugendstilgeländer hinzu. Unter der Treppe ist noch einmal Geschichte zu sehen, das Fenster zur ehemaligen Sattelkammer

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