Christof Seiffert - Altbaurestaurierung & Altbausanierung, Denkmalschutz
 

Penthouse

München Nymphenburg-Gern
1972

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vor der Sanierung nach der Sanierung

Bad vor der Restaurierung, wie es 1990 „modernisiert“ wurde: eng, verwinkelt, unruhig, mit Einbaumöbeln voll gestellt, nicht durchdacht. Es gab nur ein Waschbecken für die Familie mit drei Kindern. Auch die zahlreichen Spiegel machten das kleine Bad nicht größer. Die ursprüngliche, klare Funktionalität des Bades von 1972 mit Wanne, WC, Bidet, zwei Waschbecken, Dusche - alles in einer Reihe montiert - war aufgegeben worden

Bad nach der Restaurierung. Vom unruhigen, übermöblierten Bad der "Modernisierung" in den 1990er Jahren zur lockeren Mischung aus wiederhergestellter, weiterentwickelter Funktionalität und Ästhetik der ursprünglichen 1970er Jahre, vor allem mit mehr Bewegungsfreiheit. Und ein wenig Kunst. Das zweite WC der Wohnung, bisher im Bad integriert, trennte ich durch die Wand hinter der Badewanne mit einer Tür zum Flur separat ab.

Durch Abbruch der Abmauerung vor der wilden Rohinstallation (Foto unten) gewann ich Raumtiefe. Bis auf das notwendige, schwarze Gußrohr warf ich alles raus, systematisierte und reduzierte durch Neuinstallation die Anzahl der Rohre, die ich jetzt unsichtbar im jetzt separaten WC auf kleinstem Raum unterbrachte. Zurück blieb frech nur noch das schwarze Gussrohr wie ein Ready-made von Marcel Duchamp. Kein üblicher großer Badspiegel oder vorgefertigter Hänge-Schrank mit integrierter Beleuchtung und Steckdosen, sondern zwei streng, in dunklem Holz gefasste Spiegel und der köstliche, zweiarmige Leuchter, Messing, reich verziert, in Form eines Hirschgeweihs, beides Unikate von 1922 aus Wien. Links ein von mir entworfenes zartes Regal, über der Wanne eine kleine Ablage, beides minimalistisch aus geöltem Baustahl. Auf der gegenüberliegenden Wand – in den beiden runden Vergrößerungsspiegeln gerade noch farbig sichtbar – ein Flockpainting von Michael Fütterer von 1998. Ergebnis: offene Dusche, Waschtisch mit zwei eingelassenen, bequemen, runden Becken, darunter Schrank vom Schreiner, Wanne. Feinsteinfliesen in weichem weiss, 120 cm, in der Dusche 200 cm hoch gefliest. Die kleine runde Öffnung im Eckbereich über der Wanne ist für die Fortluft der zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Vor allem, wie immer, Ruhe durch wenig Materialien und Farben - Bewegung durch für ein Bad unübliche, bunt gewürfelte Details. Ich mag keine vorgefertigten „Badmöbel“.

während der Sanierung

Bad während der Sanierung. Nach Abbruch der Einbaumöbel der "Modernisierung" der 90er Jahre und zahlreicher Abmauerungen wurden die wilde Rohinstallation, das schwarze Abflussrohr und der Spülkasten des quer im Bad stehenden WC sichtbar. Ich warf alles raus, nur das schwarze Gussrohr blieb

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