Vorgeschichte
Das Cottage wurde etwa 1930 als Ferienhaus gebaut. Rita Heyworth verlebte hier im Sommer viele Jahre ihre schönste Zeit, wie mir der Reetdecker erzählte. 1980 kaufte ich das Cottage in schlechtem Bauzustand. Kurz darauf ließ ich meine Umbauplanung durch einen Architekten vor Ort nach englischen Vorgaben einreichen.
Lage: Etwa 30 km westlich von Brighton. Direkt am Meer, in einem "private estate". Dadurch Privatstraße im Norden und ungetrübte Freude am Meer im Süden, wie an einem Privatstrand. Zwei Stunden von London.
Größe: Grundstück etwa 1.200 qm, Wohnfläche nach Dachausbau etwa 150 qm.
Zustand: Restaurierung 1980. |
Kauf und Restaurierung
Der Grund, warum das Cottage durch einen Makler fast ein Jahr vergeblich angeboten wurde, war der abschreckende Zustand. Bei der ersten Besichtigung: Unerträglicher Geruch, Feuchtigkeit und Getier am Boden. An der Küchendecke hing wie in einer Tropfsteinhöhle daumenlang der erstarrte Bratendunst von 50 Jahren. Die Technik war von vorgestern, das Strohdach undicht, die Fenster durchgerostet. Ich sah den unbeschreiblichen Charme aus einer anderen Zeit, greifbar das Meer, die einmalige Abgeschiedenheit, London-Gatwick eine Stunde, ich murmelte etwas von "needs some doing" und kaufte das Cottage. Ich konnte nicht verstehen, dass so etwas einmalig Schönes überhaupt auf dem Markt war. Die Restaurierung war einfach: Ich mußte einen Ausgang vom Wohnzimmer zum Garten und zum Meer herstellen und das große, innen vollkommen dunkle Dach durch zwei neue Gauben belichten und baulich verändern. Ich mußte Reetdach, Haustechnik und Fenster erneuern, das nicht unterkellerte Haus gegen Feuchtigkeit abdichten, Malerarbeiten – fertig. Die originalen Cottage-doors mit ihren klapprigen Schnappverschlüssen konnte ich erhalten. Statt des unerträglichen Pinks aus den 50er Jahren ließ ich die Türen und rekonstruierten Stahlfenster im alten englischen Stil schwarz-glänzend lackieren. Wände weiß, rote Ziegelfliesen für Böden, Badwände und Küchenarbeitsplatte. Ruhe durch wenige Materialien.
Die Restaurierung dauerte etwa acht Monate. Dies war für englische Verhältnisse ungewöhnlich schnell. Schließlich gibt es in England mehrfach am Tag die bekannte Tea Time, und die wird sehr ernst genommen. Ich konnte die Handwerker offensichtlich auch vom Kontinent aus und während meiner kurzen Besuche genügend motivieren. Wir sind im mängelfreien Zustand eingezogen. Auch später gab es keine Schäden. Mit den Handwerkern sind wir noch heute befreundet. |