Christof Seiffert - Altbaurestaurierung & Altbausanierung, Denkmalschutz
 

Cottage

Middleton-on-sea, Südküste England
1930

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Cottage während der Restaurierung

Die massive Aussteifung gegen die Windlasten am Meer mit vertikalen Stützen und horizontalen Verstrebungen im dunklen, nur über eine Schubtreppe erreichbaren Dachraum ist fast vollständig ausgebaut. Rechts und links (hell) werden die Gauben eingebaut. Die Decke in der Mitte ist zum Einbau der Treppe geöffnet. Für einen stützenlosen Dachraum über dem ganzen Cottage warf ich den Holzverbau raus und veränderte eigenhändig die Statik durch Einbau einer ausschliesslich horizontalen Aussteifung. Mit dem Abbruchmaterial der bisherigen Stützen verstärkte und verband ich die bisher etwa 2 m hohen, umlaufenden Pfetten und Balken und baute zur zusätzlichen Aussteifung auf den Balken einen Dielenboden für die zweite Dachebene ein. Mit der horizontalen Aussteifung verband ich jede Seite des Daches mit der gegenüberliegenden Dachseite. Mein Konzept überstand ohne geringsten Schaden den verheerenden Sturm, der 1987 ganze Landstriche im Süden Englands verwüstete und Nachbardächer abdeckte. Die Zufahrt zum Cottage war zwei Tage durch entwurzelte große Bäume blockiert. Zufällig hatte ich die Sturmnacht im Cottage verbracht.

Der umhüllte Kaltwasser-Standspeicher rechts im Foto ist eine englische Eigenart. Das Wasser lief über diesen Standspeicher, um bei Bedarf durch Schwerkraft zu den Zapfstellen zu gelangen. Ich warf den Speicher raus, importierte die vom Kontinent bekannte Technik, ein Heizsystem mit Warmwasserbereitung, das den Wasserdruck der Wasserwerke nutzt. Mühsam fand ich einen Handwerker, der widerwillig und mit allem Vorbehalt dieses unglaubliche Heizsystem aus Europa einbaute, das sich in England langsam durchsetzte und heute Standart ist

Cottage nach Ausbau des Dachgeschosses

Erste Dachebene mit zwei neuen Gauben, oben das zur Aussteifung des Daches statisch erforderliche Deckenfeld. Sichtbar die quer verlaufenden Balken und die umlaufenden Pfetten, die die Verbindung zu den Sparren (nicht sichtbar, da mit Gipskarton verkleidet) herstellen. Der jetzt stützenfreie Raum erstreckt sich über das ganze Cottage. In der Mitte neue Treppe vom unteren Geschoss. Dielenboden. Doppelzügiger Kamin mit verfugtem Ziegelmauerwerk für den offenen Kamin im Wohnzimmer und die neue Zentralheizung.

Über beiden Gauben Aussparungen im Boden der zweiten Dachebene, über die in reizvoller Art Tageslicht ausschließlich von unten nach oben gelangt

Cottage nach Ausbau des Dachgeschosses

Zweite Dachebene. Eine Höhle für Kinder. Beidseitig Ausschnitte und teilweise sichtbar belassene Holzkonstruktion der Gauben mit Tageslicht von unten. Über der Dachschrägenverkleidung mit Gipskarton befindet sich das Reet, eine vortreffliche Wärmedämmung

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