Christof Seiffert - Altbaurestaurierung & Altbausanierung, Denkmalschutz
 

Einfamilienhaus

München-Nymphenburg
1954

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Villa, vor der Sanierung Villa, nach der Sanierung

Südseite vor dem Umbau. Die Fenster sind zwar groß, aber haben unelegante Proportionen. Im rechten Drittel der Südseite sind gar keine Fenster

Südseite. Fenster als Quadrat und Halbquadrat. Höheres Dach, höhere Gaube. Die Fassade wirkt gestreckter. Lebendiges Spiel von Symmetrie und Asymmetrie. Im Hintergrund Teil des Laubengangs

Das Einfamilienhaus habe ich 2004 wegen der Lage an einem städtebaulich ungewöhnlichen, idyllischen Platz in einem Villenviertel Nymphenburgs erworben. Problematisch waren die Fassaden mit unglücklichen Fensterproportionen und die Grundrisse. Veränderungen schienen mir zu diesem Zeitpunkt mit normalem Aufwand möglich. Erst die Arbeiten im Mauerwerk zeigten die bisher unter Putz verborgenen bautechnischen Besonderheiten und Fehler, besonders die maßlose Verwendung von Beton an der falschen Stelle und das Fehlen von Beton an der richtigen. Mit der Fassaden- und Grundrißänderung mußte die Statik des Hauses in erheblichem Umfang neu berechnet werden.

Entwurf, Umbau

Das Wohnzimmer zum Süden war dunkel. Es bekam Licht nur von zwei "Blumenfenstern" mit tief liegenden Fensterstürzen. Alle Fenster des Hauses hatten biedere, unelegante Proportionen. Die Räume wirkten eingeengt. Deswegen entwarf ich neue Fassaden. Die Fenster mit 2,70 x 2,70 m im Erdgeschoss und 2,22 x 2,22 m im Obergeschoss definierte ich aus den Geschosshöhen; die Geschosshöhen setzte ich ins Quadrat, meist ganz, manchmal halb. Die Wirkung der großen Fensterquadrate wird besonders im Wohnraum deutlich, der nun hell und weitläufig ist.

Auch die Räume zum Norden mußten verändert werden. Das Treppenhaus befand sich in verschwenderischer Größe an der schönsten Stelle zum Garten hin. Um Platz für wertvollen Wohnraum zu schaffen, verlegte ich das Treppenhaus – jetzt in einer Flucht vom Keller bis zum Dachgeschoss – an den dunkleren Eingangsbereich.

Dort, wo das Treppenhaus war, plante ich die Küche als Zentrum des täglichen Lebens, jetzt offen verbunden mit dem Wohnzimmer und dem italienisch anmutenden Laubengang daußen. Die bisherige dunkle Küche auf der anderen Hausseite zur Straße öffnete ich als Musikzimmer zum Wohnzimmer. Das Wohnzimmer hat jetzt den Grundriss eines U, das um das neue Treppenhaus gelegt ist. An Stelle von ursprünglich zwei Fenstern hat das Wohnzimmer jetzt sechs große, harmonisch proportionierte Fenster. Auch im Obergeschoss erhielt ich durch die Verlegung des Treppenhauses einen zusätzlichen Raum. Der Grundriss des Obergeschosses wurde klarer und lichter. Das Dachgeschoss war nur geringfügig ausgebaut, zu niedrig, zu dunkel, zu wenig wärmegedämmt und für Wohnzwecke nicht geeignet. Ich entschied mich für einen neuen, höheren, stützenfreien Dachstuhl mit durchgehendem, firsthohen Raum, vier großen Gauben und Dachterrasse zum Süden.

Energiekonzept

Aus Gründen des Umweltschutzes und der Energiekosten ließ ich das Haus in der Technologie des Niedrigenergiehauses wärmedämmen. Die 30 cm starken Außenmauern dämmte ich mit 16 cm starkem Polystyrol. Ich wählte Holzfenster mit Korkeinlagen und Dreischeibenisolierglas. Zwischen die Dachsparren kam 29 cm starke Mineralwolle. Da Fenster und Dach luftdicht gebaut wurden, war eine Lüftungsanlage notwendig: Ein Erdwärmetauscher wärmt bei Frost die Frischluft vor. Ein zweiter Wärmetauscher erwärmt zusätzlich mit der der Fortluft entzogenen Energie die Frischluft, die dann über ein umfangreiches Rohrsystem in die Räume gelangt.

Villa, vor der Sanierung

Südseite während dem Umbau. Erstes Fenster rausgebrochen. Schon jetzt wird die dramatische Veränderung der Fassade sichtbar

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