Christof Seiffert - Altbaurestaurierung & Altbausanierung, Denkmalschutz
 

Penthouse

München Nymphenburg-Gern
1972

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Penthouse nach der Restaurierung

Vorgeschichte der Sanierung

Die großzügige, im klaren Stil der 1970er Jahre entworfene Penthouse-Wohnung mit großen, bodentiefen Glasfronten zur Dachterrasse war in den 1990er Jahren grundlegend entstellt worden. Durch bauliche Veränderungen, unzählige, einengende Einbauten und neue, nicht zum Baustil passende Fenstertüren wurden die guten Proportionen zerstört.

Nach dem Verkauf galt es, das Penthouse mit 145 qm Wohnfläche und 90 qm umgehender Dachterrasse in den ursprünglichen Baustil zurück zu führen, bei gleichzeitiger Anpassung und leichten baulichen Veränderungen von Küche und Bad an die Bedürfnisse von heute. Beispielhaft trennte ich das zweite WC der Wohnung aus dem Bad der 1970er wie auch der Modernisierung der 1990er Jahre in ein abgeschlossenes zweites WC der Wohnung ab. Von der unnötig großen Küche trennte ich einen Hauswirtschaftsraum mit viel Staufläche ab.

Sanierung

Erst als ich begann, die baulichen Veränderungen der 1990er Jahre in den Originalzustand der 1970er Jahre zurückzuführen, erkannte ich, dass oft auch die Architektur der 70er mit deren klaren Grundrissen ihren Charme hat und erhalten werden sollte. In diesem Fall ersetzte ich die unförmigen, in der Mitte geteilten Schiebefenster von 1990 durch den originalen asymmetrischen Stil der 70er Jahre, jedoch mit 3-Scheiben Isolierglasfenster. Da ich seit 1968 historische, meist denkmalgeschützte Häuser – einige auch in diesem bezaubernden Nymphenburg-Gern – restauriere, war die Rekonstruktion dieses jungen Penthouses für mich eine neue Erfahrung. Seitdem befasse ich mich auch zunehmend mit ausgewählter, guter Architektur der 50er, 60er und 70er Jahre.

Insbesondere die energetische Ertüchtigung der Skelettbauweise aus Stahlbeton um die bis zu acht Meter langen bodentiefen Glasfronten zur Dachterrasse war wichtig. Gerade mal 4 cm Styropor war hier als Wärmedämmung eingebaut. Direkt hinter dem völlig unzureichend wärmegedämmten Beton standen unterhalb der zusätzlich völlig unzureichend wärmegedämmten Glasfronten die niedrigen Konvektoren, die wegen des 60 qm großen Wohnraums mit bis zu 70 Grad Celsius betrieben werden mussten. An diesen wärmetechnisch besonders kritischen Stellen baute ich hochwertige PUR-Dämmung mit 20 cm ein. Die niedrigen Konvektoren ersetzte ich durch raumhohe Röhrenradiatoren an den Wänden.

Die neuen Fenster, die heute dampfdicht eingebaut werden müssen, machten eine Lüftungsanlage sinnvoll, um erhöhte CO2-Konzentrationen und Schimmelbildung zu vermeiden. Die sonst notwendigen, regelmäßigen Stoßlüftungen sind mühsam und führen zu enormen Wärmeverlusten. Ich baute eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ein. Die verbrauchte Luft aus Bad, zwei WC und Hauswirtschaftsraum gibt die Wärme zu etwa 90% über den Wärmetauscher an die ständig einströmende Außenluft ab und führt die erwärmte Luft ohne Einsatz von Energie den Wohn- und Schlafräumen zu. Nur ein kleiner Ventilator zum Transport der Luft ist im Einsatz. Dies führt gerade im Winter bei geschlossenen Fenstern unmerklich zu ständig frischer, vorgewärmter Luft.

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